Weise Volksvertreter

In der Bundestagsdebatte zum Thema „Patientenverfügungen“, die ich zufällig gerade verfolge, fallen immer wieder Sätze wie (sinngemäß und annähernd genau so gehört)

Muten wir den Bürgern ohne juristische oder medizinische Ausbildung nicht zuviel zu?

Natürlich kann nicht jedes niedere Objekt, dass im Volksvertretermund gerne „Wähler“ genannt wird genauso intelligent sein wie unsere den Bundestag bildende gesellschaftliche Elite. Aber muss man deswegen in einer Live im Fernsehen übertragenen Debatte wirklich so auf die Kacke hauenvom hohen Ross herunter zu seinen Untergebenen reden?

Es ist wieder diese verquere Sichtweise einiger Politiker, die meinen sich in alles ungefragt einmischen zu müssen. Mit welchem Recht nehmen sich Abgeordnete eigentlich heraus, darüber zu bestimmen, ob ich selbst bestimmen darf, wann ich nicht mehr künstlich am Leben erhalten werden will?

Was geht es die Regierung an, ob ich gewisse Dinge, die ausschließlich mich selbst etwas angehen (vielleicht noch meine Familie und Freunde) regeln möchte oder nicht? Denn niemand muss eine solche Patientenverfügung verfassen.

Es mag an meiner liberalen Gesinnung liegen. Aber ich bin dafür, dass sich Politiker um Dinge kümmern sollten, die meine Stadt, meine Region, mein Land, Deutschland und Europa etwas angehen und sich so weitgehend wie möglich aus meinem Privatleben heraushalten. Und zum Privatleben gehört nunmal auch, dass ich allein entscheide ob, unter welchen Umständen und wie ich es beende. Basta.

Cross-Beitrag vom Filterblog – gibt nicht zwangsläufig Aufschluss über Meinung, Position oder Beschlusslage der Jungen Liberalen Harburg-Land wieder, ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht weit davon entfernt.