Über ein staatlich befohlenes Hobby

Während N24 heute das Klima durch Übertragung sämtlicher „Live-Earth“ Konzerte rettet, verlieren zum Glück nicht alle Menschen den Blick für andere wichtige Probleme der Menschheit.

Eines davon scheinen Konservendosen zu sein, zumindest habe ich heute folgenden Leserbrief in der kleinen Zeitung unserer Stadt gefunden:

„Hiermit beantrage ich die Anschaffung und Aufstellung von Containern für gebrauchte Konservendosen neben den Altglas-Containern.
Bürger, die das ebenso sehen, mögen sich bitte diesem Antrag anschließen, indem sie obigen kurzen Text an die Stadtverwaltung senden.“

Und neben den Dosencontainer stellen wir noch einen für gebrauchte Windeln und dahinter vielleicht einen für benutzte Teebeutel.

Nein, im Ernst: Wird nicht eher zuviel als zu wenig Müll zuhause sortiert? Eigentlich gibt es doch dafür Hightech-Maschinen und Roboter, die das in den Müllsortieranlagen ohnehin erledigen müssen, weil manche Menschen schlicht nicht auf anhieb erkennen, welches Material die Verpackung von etwas wirklich hat.

Und manchen Menschen ist es auch völlig wurst, weil sie Müllsortieren für das überflüssigste Umweltschutz-Placebo halten, dass man sich vorstellen kann. Letztere Ansicht vertrete zum Beispiel ich, auch wenn ich trotzdem brav meine Joghurtbecher in diese unfassbar praktischen Gelben Säcke werfe, die an windigen Tagen ganze Straßenzüge mit leeren Milchtüten und anderen dekorativen Abfallarten garnieren.

Das „Duale System Deutschland“ ist meiner Ansicht nach sinnlos und umweltschädlich. Kein Mensch kann so perfekt sortieren wie teure und damit Arbeitsplätze schaffende Sortierstraßen, die ohnehin alles nochmal nachsortieren müssen was im Sack und im „Restmüll“ landet.

Abschaffen kann man es wohl so einfach auch nicht mehr, selbst wenn die Leute endlich mal einsehen würden, dass das Sortieren nur dazu gut ist, dass man sich irgendwie „öko“ fühlen darf.

Die Firma „Duales System Deutschland“ kassiert viel Geld dafür, dass Hersteller den Grünen Punkt auf ihre Verpackungen drucken dürfen. Dieses Geld zahlen wir in Form unnötig höherer Preise für diese in dann total umweltfreundlichen Verpackungen gehüllten Produkte.

Dazu kommen dann noch recht stattliche Müllgebühren und natürlich die Pflicht den heimischen täglichen Sortierzirkus durchzuexerzieren. Und jetzt soll ich auch noch Dosen gesondert sortieren?

  • Mehrweg-Pfandflaschen
  • Einweg-Pfandflaschen
  • Verpackungen mit Grünem Punkt
  • Elektrogeräte
  • Weißes Altglas
  • Grünes Altglas
  • Braunes Altglas
  • Altpapier
  • Grünabfälle
  • Batterien
  • Restmüll

sortieren wir bereits jeweils gesondert. Und das langt noch nicht? Einiges davon halte ja sogar ich für sinnvoll aber irgendwann muss dann auch mal gut sein.

Ich kann nicht nachvollziehen, wie einige Bürger da noch mehr Sortierwahnsinn fordern können. Mal abgesehen davon, dass das natürlich auch wieder Steuergeld kosten würde.

[Zur Diskussion]

Cross-Beitrag vom Filterblog – gibt nicht zwangsläufig Aufschluss über Meinung, Position oder Beschlusslage der Jungen Liberalen Harburg-Land wieder, ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht weit davon entfernt.