Pressemitteilung: Landes-JuLis entgeistert von Winsener Sonderweg beim Reball

Reball-Spielfeld„Unglaublich, wie sich hier kommunale Verwaltungen und einige Politiker gegen unternehmerische Initiative stellen!“ erregte sich ein sichtlich verständnisloser Björn Försterling, der sich als Landesvorsitzender der niedersächsischen Jungen Liberalen anlässlich eines Ortstermins in der Reball-Arena im Winsener Shape-Club demonstrativ hinter den Harburger Kreisverband stellte. Er berichtete von einer wesentlich größeren Paintball-Anlage in seiner Heimat, die ohne große Widerstände in Betrieb gegangen sei und nun schon seit Jahren das Freizeitangebot bereichere.

Försterling, der als aussichtsreichster JuLi-Kandidat für ein Landtagsmandat nach den kommenden Wahlen im Januar gilt, verglich Reball mit dem vor allem im Schulsport beliebtem Völkerball, in dem es ebenfalls darum gehe ein Ziel durch Treffen von Gegnern mit Bällen zu erreichen. Ein entscheidender Unterschied bestehe lediglich darin, dass im Gegensatz zum klassischen Völkerball das Ziel des Spiels eben nicht darin bestünde, sämtliche Gegner auszuschalten, sondern durch Strategie und Taktik ein fest definiertes Ziel wie ein Fähnchen oder einen Buzzer zu erreichen.

„Wer Reball mit dem Hinweis auf die Menschenwürde verbieten will, der muss sich diesem auch aus meiner Sicht durchaus treffenden Vergleich in letzter Konsequenz stellen und erklären, wieso hier mit zweierlei Maß gemessen werden soll“, befand Jan Filter vom JuLi-Kreisverband Harburg-Land. „Wer die Menschenwürde, die zu Recht das höchste Gut in unserem Staat ist, bis zur Unkenntlichkeit ausdehnt, um Verbote zu rechtfertigen, höhlt unsere Werteordnung aus.“, äußerte sich auch der Winsener Ratsherr und FDP Kandidat zur Landtagswahl Nino Ruschmeyer.

Auch Argumente, die in Richtung Verletzungsrisiken zielten, zeugten von Unkenntnis, beziehungsweise Desinteresse an dieser Trendsportart. Die zum Ortstermin erschienenen JuLis aus Kreis- und Landesverband waren sich nach Erläuterungen eines Deutschen Meisters im Reball einig: Selbst wenn man die für Laien schon fast übertrieben erscheinenden Sicherheitsmaßnahmen, die zumindest im Shape-Club gelten (Schutzanzüge inklusive Gesichtsschutz, ein doppeltes Sicherheitsnetz rund um die gesamte Anlage, eine Sicherheitsschleuse, die ohne Schutzkleidung nicht betreten werden darf, Verbote, das Spielfeld ohne verschlossenen Markierer zu verlassen) komplett wegließe, wäre Reball nicht riskanter als Fussball, bei dem man fast keine Schutzkleidung trage und bei dem es bekanntermaßen ständig zu schlimmen Verletzungen käme.Jan Filter, Björn Försterling, Florian Bernschneider, Nino Ruschmeyer

Auch angesichts der Tatsache, dass es allein in Deutschland bereits 140 Reball-, bzw. Paintball-Arenen gibt, einige davon in weniger als 40 Kilometern Entfernung, die für die seit eineinhalb Jahren fertigen Winsener Anlage bereits heute eine Konkurrenz darstellen, sollte der Landkreis endlich davon absehen, andere Wertmaßstäbe anlegen zu wollen, als der Rest der Republik.

Die Jungen Liberalen Harburg-Land appellieren weiter an den Landkreis Harburg: „Beschäftigt Euch noch mal mit den Fakten, erkennt dass es nichts menschenunwürdiges an dieser Sportart gibt. Zeigt Stärke, indem ihr das Urteil akzeptiert und erspart den vielen toleranten Bewohnern unseres Landkreises weitere Blamagen vor Gericht.“

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