Kurzes Gedächtnisprotokoll des gestrigen Treffens

Es wurde ein langer, aber interessanter Abend, gestern im Hoopter Clubheim „Bei Wolli“, wohin das jüngste Treffen der JuLis kurzfristig verlegt werden musste.

Erfreulich war zunächst die wachsende Aktivität des Kreisverbandes. Mit Isabel Maria Lichtnau und Phllip Leonhard Franke konnten zwei begeisterte neue Mitglieder begrüßt werden, die den Kreisverband voraussichtlich bereits bei den kommenden überregionalen Veranstaltungen mit vertreten werden.

Neben solchen Interna wurde auch handfest und kontrovers über verschiedene Themen diskutiert.

Wie sollte die Gesellschaft zum Beispiel mit der wohl kaum noch zu vermeidenden Schließung des Nokia-Standortes Bochum umgehen? Einig waren sich die JuLis immerhin darin, dass das Zertrümmern des eigenen Handys den Standort nicht rettet und nichts weiter als eine anbiedernde populistische Protestform ist, deren einziges Ziel in der Profilierung der Akteure liegt. Dass man Nokia niemals mit Subventionen hätte anlocken dürfen, war ebenfalls Konsenz im Kreisverband. Wirklich kontrovers wurde es aber, als es darum ging, ob man nun noch Nokia-Handys kaufen sollte oder nicht. Natürlich war allen Beteiligten klar, dass auch andere Handy-Hersteller ihre Geräte nicht in Deutschland produzieren und man darum nun ohnehin nie deutsche Arbeitsplätze irgendwie direkt auf diese Weise unterstützen kann. Wenigstens könnte jeder für sich damit allerdings ein kleines Zeichen setzen, dass die Art und Weise wie Nokia seinen Bochumer Mitarbeitern das Aus ihres Werkes beigebracht hat, nicht in Ordnung gewesen ist.

Populismen im Allgemeinen und in Wahlkampfzeiten im Besonderen waren ein weiteres Thema. Die etwas ernüchternde Erkenntnis aus dieser Diskussion: Ganz ohne kommt man in der Politik offensichtlich nicht aus, weil die eigenen Ideen nunmal auch „verkauft“ werden wollen. Um viele Menschen in 3-minütigen Tagesschauschnipseln erreichen zu können, muss man wohl oder übel vereinfachen. Ziel müsse es aber sein, es dabei nicht zu Übertreiben und sachlich zu bleiben, war sich die Runde einig. Eine Emotionalisierung und Vereinfachung wie im hessischen Wahlkampf kann da eindeutig als negatives Beispiel gelten.

Der Dauerbrenner für junge  Liberale ist und bleibt Generationengerechtigkeit. Auch über die wurde dementsprechend angeregt diskutiert, vor allem die Teilbereiche Altersvorsorge und Staatsschulden. Es wurde deutlich, dass hier die wahrscheinlich größten politischen Herausforderungen der Politik mindestens der kommenden Jahrzehnte liegen dürften.

In diesem Zusammenhang spielte auch das Thema Bankenkrise eine kleine Nebenrolle: Wenn mehrere Milliarden an Steuergeld zur Rettung ziemlich überflüssiger Staatsbanken ausgegeben wird, dann fehlt das schonmal für wirklich wichtige Aufgaben.

Ein Antrag zur Beseitigung von Ölschäden wurde ebenfalls beraten und Verabschiedet, Näheres dazu hier.