Julis gegen Killerspielverbote

JuLis zu „Killerspielen”: Lieber totale Entmündigung statt “nur” Jugendschutz?

Elbmarsch

 

Die Pläne der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen zum Thema “Killerspiele” waren jetzt Thema einer Kreis-vorstandssitzung der Jungen Liberalen in Elbstorf.

Demnach genügt der Bundesregierung die aktuelle Kontrolle durch die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) nicht, auch wenn die bisweilen so weit geht, Spiele komplett aus dem freien Handel zu entfernen und damit als eine der härtesten der Welt gilt.

Die neuen Regelungen beziehen sich dann nicht mehr nur auf die Verherrlichung von Gewalt, sondern auch auf die bloße Darstellung. Das soll künftig für Spiele, DVDs und andere „Trägermedien“ gelten. Die dürften dann nur in gesonderten Geschäften und an Erwachsene verkauft werden.

Die JuLis finden diese Neuerung völlig übertrieben, weil die Wirkung von Spielen und Filmen von der Bundesregierung offenbar weit überschätzt wird. „Kommt als nächstes die öffentliche Verbrennung von Kriminalromanen, weil die zum Teil recht praktische Anleitungen zum Mord geben?“, fragte stv. Juli Kreisvorsitzender Nino Ruschmeyer. Über Geschmack lasse sich streiten, aber es dürfe nach Auffassung der Jungen Liberalen nicht die Aufgabe des Staates sein, zu entscheiden was wer sehen, hören oder spielen darf. Staatliche Zensurbestrebungen dürfen nicht die Medienkompetenzen der Bürger ersetzen, auch wenn diese vielleicht „erst“ 16 sein mögen.

Gleichermaßen kritisch beurteilten die JuLis vor diesem Hintergrund auch die Ablehnung einer Reballanlage im Winsener Shape Sport Club durch den Winsener Verwaltungsausschuss. „Meine Rechtsauffassung weicht hier von der offiziellen der Fraktionen ab“, verteidigte sich Ruschmeyer als Winsener Ratsherr vor dem Vorstand: „Im Gegensatz zur Mehrheit, sehe ich die Menschenwürde bei Reball auch nicht verletzt.“ Reball sei wie jeder Mannschaftssport viel mehr gerade geeignet soziale Kompetenzen zu bilden. Ruschmeyer habe sich aber in der Fraktion nicht durchsetzen können und müsse die Entscheidung der Mehrheit akzeptieren. Möglicherweise werde das Verwaltungsgericht ja anders entscheiden.