Gipfeltreffen der Jugendorganisation

Zeitgleich mit dem „Bildungsgipfel“ der großen Politik trafen sich erstmals die Kreisverbände der Jugendorganisationen von FDP und SPD, Junge Liberale (JuLis) und Jungsozialisten (Jusos) zu einer lockeren gemeinsamen Diskussionsrunde. Die Nachwuchspolitiker zwischen 14 und 32 Jahren debattierten vergangenen Mittwoch „Bei Wolli im Clubheim“ im Winsener Ortsteil Hoopte leidenschaftlich verschiedene aktuelle Themen. Die Bandbreite reichte von Bildungspolitik über die Bankenkrise bis hin zum Nichtraucherschutz und der Wehrpflicht. Die Themen waren von den Beteiligten ganz basisdemokratisch aus einer Vielzahl von Vorschlägen aus beiden Kreiverbänden ausgesucht worden.

„Interessant für mich war, dass die Fronten doch ziemlich häufig Querbeet und nicht etwa entlang der erwarteten Fraktionsgrenzen verliefen,“ fasste JuLi-Vorsitzender Jan Filter (27) im Anschluss an die Gespräche seine Eindrücke zusammen. Sein Juso-Kollege Simon Zapp (20) erklärte dazu, es sei ein gutes Zeichen, dass man sich mit politisch engagierten jungen Leuten auch dann sachlich selbst über große Themen der Politik austauschen könnte, wenn die Zusammenarbeit der „Seniorenorganisationen“ im Kreis ja derzeit nicht gegeben sei.

Die 16 Beteiligten waren sich einig, dass dieser Blick über den eigenen politischen Tellerrand eine interessante Erfahrung gewesen war und schlossen zukünftige Runden und gemeinsame Aktivitäten nicht aus. „Letztendlich sind es vor allem Jungsozialisten und Junge Liberale, die hier im Kreis die Interessen junger Leute vertreten,“ bemerkte JuLi Phillip Franke (19), es sei daher schon wichtig, dass die beiden aktivsten politischen Jugendorganisationen gute Kontakte zueinander pflegten. Roderik Pfreundschuh (32), der die Zusammenkunft auf Juso-Seite arrangiert und geplant hatte, äußerte sich ebenfalls sehr zufrieden mit diesem ersten „Annäherungsversuch“: „Politik lebt von Debatte und sachlichem Austausch, gerade auch mit denen, die eben andere Grundsätze haben, als man selbst.“

Die jungen Politiker, die Teilweise bereits in Städteparlamenten sitzen oder Ortsverbände ihrer Parteien leiten, was zeigt, dass solche Diskussionsrunden mehr als nur ein kleines Hobby, sondern durchaus auch als Austausch „echter“ Politiker verstanden werden kann, fanden im Verlauf des Abends verschiedene Gemeinsamkeiten.

Dass in der Schulpolitik einiges passieren muss war so zum Beispiel breiter Konsenz, auch wenn in Detailfragen fast so viele verschiedene Ideen aufgebracht wurden, wie Teilnehmer im Hoopter Clubheim zusammensaßen.

Einen verpflichtenden Nichtraucherschutz in Kneipen hielten Jusos wie JuLis ebenfalls für überflüssig, ebenso war man sich schnell einig, dass beim Thema Wehrpflicht viel von der sogenannten „Wehrgerechtigkeit“ abhängt, die nach Ansicht einiger Jungpolitiker schon deswegen noch nie geherrscht habe, weil nunmal nur Männer müssten. Den Sold, den Wehrpflichtige und Zivildienstleistende für ihren Dienst bekommen, nannten beide Seiten ausbeuterisch und die komplette Abschaffung der Wehrpflicht ist vor allem bei den JuLis eine alternativlose Forderung.